Lehrstuhl für

Osteuropäische Geschichte

Universität Jena

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Schleichwege. Inoffizielle Begegnungen und Kontakte sozialistischer Staatsbürger 1956-1989 - abgeschlossen

Das Buch zum Forschungsprojekt ist 2010 beim Böhlau-Verlag Köln erschienen.

Projekt

Forschungsprojekte und ihre Bearbeiter

Assoziierte Projekte

Leitung und Koordination

Assoziierte Partner

 

In den durchregulierten Mangelgesellschaften des Ostblocks boten grenzüberschreitende Kontakte vielen Bürgern die Chance, dem Staat ein Schnippchen zu schlagen und sich ökonomische wie kulturelle Freiräume zu schaffen. Beispielhaft läßt sich dies in Zakopane beobachten, das in den 1970er Jahren zu einer Hochburg des inoffiziellen Tourismus und zugleich zu einer gut organisierten Drehscheibe des Schleichhandels in Ostmitteleuropa geworden war.

Ausgehend von diesem Befund untersuchen wir die wirtschaftlichen, touristischen und kulturellen Dimensionen informeller grenzüberschreitender Kontakte einfacher Bürger in Ostmitteleuropa. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Welche Bedeutung besaßen Formen grenzüberschreitenden Schleichhandels für die materielle Versorgung der Bevölkerung und wie war dieser organisiert?

Wie weit reichte in der Praxis der Kontrollanspruch des Staates, insbesondere im Grenzregime, und wie ließ er sich unterlaufen? Inwieweit trugen Schleichhandel und inoffizieller Tourismus elitäre, inwieweit egalitäre Züge?

Wie nahmen sich die Beteiligten gegenseitig wahr und inwieweit trugen informelle Kontakte zu einem grenzüberschreitenden Gemeinschaftsempfinden jenseits organisierter Völkerfreundschaft bei?

Mit der Arbeit an diesen Fragestellungen versteht sich der Projektverbund als Beitrag zu einer transnationalen Alltagsgeschichte des real existierenden Sozialismus.

 Die „Schleichwege“ wurden von der Volkswagenstiftung gefördert.

 
Forschungsprojekte und ihre Bearbeiter


Die „Schleichwege“ in der ungarischen Presse und im Rundfunk
(Dr. Éva Kovács, Budapest)

Polnische Arbeitsmigrantinnen und ökonomische Kontakte in der nordböhmischen Textilindustrie
(Ondřej Klípa, Prag)

Die literarische Erinnerung an die Schleichwege in Ungarn
(Dr. Edit Király, Budapest)

Der tschechoslowakische Staat und die informellen Kontakte seiner Bürger mit dem sozialistischen Ausland
(Dr. Jaroslav Kučera, Prag)

Ost-Kontakte ungarischer Staatsbürger in lebensgeschichtlichen Interviews
(András Lenárt, Budapest)

Inoffizielle Kontakte zwischen Bürgern der DDR und der Volksrepublik Polen 1972-1989
(Daniel Logemann, Jena)

Gesellschaftliche Dimensionen des Mangels. Die polnische Gesellschaft im Kontext der transnationalen ökonomischen Kontakte 1976-1981.
(Dr. Małgorzata Mazurek, Warschau)

Cultural transfer in the scope of cinematiography and fine arts between Poland and Hungary, GDR and Czechoslovakia from 1960 to 1989.
(Patryk Wasiak, Warschau)



Assoziierte Projekte

 
„Socialist Travelling. Travel from Poland to other Socialist Countries 1956-1989”
(Mikołaj Morzycki-Markowski, Warschau)

Die gesellschaftliche Dimension der Détente. Informelle Kontakte der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen in den 1970er Jahren
(Dominik Pick, Warschau)

Transnationale Netzwerke und grenzüberschreitender Schleichhandel einer staatenlosen Diaspora. Makedonische Bürgerkriegsflüchtlinge aus Griechenland in Ostmitteleuropa 1949-2004
(Krzysztof Marcin Zalewski, Warschau)

Die Öffnung der „Freundschaftsgrenze“ – Motive, Verlauf und Folgen der Einführung des pass- und visafreien Grenzverkehrs zwischen Polen und der DDR (1972-1980)
(Rafał Rogulski-Pytlak, Warschau/Berlin)



Leitung und Koordination

Prof. Dr. Joachim v. Puttkamer, Jena

e-mail

 

Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Warschau

e-mail

 

Prof. Dr. Jerzy Kochanowski, Warschau
(Koordinator)

e-mail


Assoziierte Partner

 
PD Dr. Philipp Ther, Frankfurt a. d. Oder

Prof. Dr. Stefan Troebst, GWZO Leipzig

PD Dr. Rainer Gries, Wien